PZG Holledau Freilaufcup 2019

PZG Holledau Freilaufcup 2019

Der Herbst ist jung: Nachwuchstage rund um den 21. PZG Holledau – Freilaufcup

Der Blick in die Glaskugel der Zukunft
Jungpferdetage der PZG Holledau präsentieren vielseitigen Nachwuchs

Anfang Oktober standen bei der PZG Holledau die dressurbetonten Jungpferde und auch der zweibeinige Nachwuchs im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Der Herbst ist jung“ gab es ein zweitägiges Programm rund um den traditionellen Freilaufcup, das noch mehr Züchter und Reiter ergänzen hätten können. Sicherlich waren das lange Wochenende rund um den 3. Oktober und ein Fehler in der Ausschreibung mitverantwortlich für die teilweise überschaubaren Starterfelder. Zum Jubiläum des Tages der Deutschen Einheit lachte dann aber auch die Sonne über dem Stutenmilchgestüt Schwarz wieder. Ein Glück für die Veranstalter, hatte es tags zuvor bei den ersten Prüfungen unter dem Sattel doch starken Dauerregen, der zum Teil heftig nieder prasselte und den Reitern einiges abverlangte.

Brillante Jungzüchter

Ein Highlight und bemerkenswert war der zweibeinige Nachwuchs. Das fiel auch Richter Bruno Six auf: „Es war eine gelungene Veranstaltung mit einem auffallendem Engagement der Jungzüchter. Sie haben nicht nur in ihrer Prüfung geglänzt, sondern brillierten mit Engagement und Horsemanship und waren immer mit helfender Hand parat.“ Der zügige Auf- und Abbau sowie die gekonnte Musterung der nicht immer einfachen Jungpferde und Fohlen bei der Auktion gingen auf ihr Konto.
Untereinander konnte sich die 12 im Jungzüchterwettbewerb, getrennt nach drei Altersklassen, in den Bereichen Theorie, Beurteilen und Mustern messen. Der einzige männliche Vertreter Philipp Schwarz (Mammendorf) siegte bei den Ältesten ab 16 Jahren. „Endlich!“ freute sich der Jungzüchterbeauftragte der PZG Holledau über seinen Erfolg. In der Beurteilung erreichte er die sagenhafte 9,5 – das heißt es gab kaum eine Abweichung zur Bewertung der Richter. Und auch in der Theorie, die ihm bisher immer wieder Punkte gekostet hat, konnte er mit einer glatten 9 glänzen. Ebenso stark in der Theorie war die am Ende auf den 2. Rang platzierte Martina Lautner.
Auffallend waren die insgesamt hervorragenden theoretischen Ergebnisse. Sowohl die Siegerin der Jüngsten Sophie Ebner (Mindelstetten), als auch die Erst- und Zweitplatzierte der AK II hatten eine 9,5! Luisa Härtl (Ingolstadt) konnte ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen, allerdings war Bianca Schwarz mit 0,1 Punkten nur sehr knapp dahinter. Theresa Lautner glänzte, neben Philipp Schwarz, ebenfalls im Beurteilen. Durch eine sehr gute Musterungsrunde machte Maria Schreiber (Daiting), die in der AK I startete, auf sich aufmerksam.

Leistungszucht auch bei den Ponys

Sieben Deutsche Reitponys und ein Welsh-A-Pony stellten sich der Konkurrenz im Freilaufen auf dem Ring. Die Beste des Tages war die erst zweijährige Starlight Deluxe von dreimaligen Bundessiegerhengst FS Champion de Luxe. Die Buckskin-farbene Stute ist eine ausgesprochen typvolle und hübsche Vertreterin ihrer Rasse mit besten Gebäudepoints. „Der Trab war sehr aktiv aus einer unglaublich tätigen Hinterhand, die weit unter den Schwerpunkt vorgegriffen hat, und frei aus der Schulter heraus“ erläuterte Bruno Six. Dafür vergaben die Richter Noten bis zu 9,5! Mütterlicherseits kommt Starlight Deluxe aus einem leistungserprobten Stamm: die Mutter Samba de Lavinia (v. Wengelo`s Ricardo) ist Staatsprämienstute und brachte mit Sweet like Candy (v. Casino Royal K) die Landessiegerin der Sportponys 2016, die auch zum Bundeschampionat qualifiziert war. Großmutter Sophie (Dressman I / Black Boy) brachte unter anderem drei gekörte Söhne, international erfolgreiche Sportponys und beim diesjährigen Bundeschampionat der Dreijährigen Reitponys glänzte aus diesem Stamm der drittplatzierte Neverland WE (FS Numero Uno / Champus K / Dressman I). Aussteller der Championesse ist der achtjährige Gabriel Silvestre (Siegenburg), der wohl schon früh die enorme Qualität erkannte und sich den Besitz bereits als Fohlen von der Züchterin und seiner Mutter Katharina sicherte.
Ein ebenso rassetypisches und hochelegantes Deutsches Reitpony wurde Reservesiegerin: May Belle (Movie Star / Mambo Moscan) präsentierte sich schwungvoll und punktete insbesondere mit dem leichtfüßigen Galopp, der immer bergauf und mit dem entsprechenden Raumgriff war. Six: „Den muss man reiterlich nicht mehr fördern!“ Das wird Besitzerin Tatjana Gabler (Eichstätt) sicherlich freuen, die die dreijährige May Belle in diesem Sommer schonend angeritten hat. Züchter Dr. Rupprecht Betz (Schernfeld) gelang mit dem Vollbruder der Fuchsstute Mr. Big ein Doppelerfolg in dieser Prüfung: er bekam die weiße Schleife! Der Zweijährige kommt vielleicht seiner hübschen Schwester im Exterieur nicht ganz ähnlich, in der Bewegungsqualität kann er die Verwandtschaft aber nicht leugnen.
Ebenfalls auf den dritten Rang kam die von Christine Wintermayr (Gerolsbach) vorgestellte Roses Touch (Diamond Touch / Top Nonstop). Im Moment ist die Fuchsstute zwar etwas überbaut, was ihrer sehr dynamischen und aktiven Trabbewegung, mit einer tollen Mechanik frei aus der Schulter und einem aktiven Hinterbein, keinen Abbruch tat!

Erschwerte Bedingungen bei den Sattelprüfungen

Bereits am 2. Oktober fanden die Sattelprüfungen für die Reitponys und vierjährigen Reitpferde statt. Dem starken Dauerregen und teils heftig nieder prasselnden Regen trotzten insgesamt 16 Paare.
Mit der Siegerschärpe des Champions der 3- und 4-jährigen Deutschen Reitponys wurde der vierjährige A Clever Boy (A New Star II / Nature Boy) unter Kathrin Roida (Fürstenfeldbruck) ausgestattet. Der kupferfarbene Hengst mit dem Spitznamen ‘Foxy’, zeigte sich bewegungsstark und sehr rittig. Mit einer Wertnote von 7,5 setzte er sich an die Spitze der fünf Ponypaare. „Er ist ein absolutes Kinderpony“ freut sich die Reiterin und Mutter zweier kleiner Mädchen. „Er lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen!
Auf dem zweiten Platz gab es ein Wiedersehen mit dem Freilaufchampion und Reservesieger der Reitponyprüfung des Vorjahres: Dresscode (v. FS Don´t Worry), der Wallach mit dem bemerkenswerten Kopf, stellte einmal mehr sein Bewegungspotential unter Beweis und bekam mit 7,2 erneut die silberne Schleife. Für Züchterin, Besitzerin und Reiterin Elisabeth Heimpel wieder ein besonderer Moment ihrer „Ponyliebe“.
Catrin Hinzmann stellte den drittplatzierten Paradiso 33 (Kelts Pogue / Natango) vor. Der rahmige Palomino-Hengst zeigte den besten Schritt der Gruppe.
Die Reitponys waren alle sehr gut für ihre Prüfung unter dem Sattel vorbereitet. Bruno Six lobte die tolle Grundausbildung und attestierte ihnen „einen guten Weg in den Sport“.

Katrin Landes/Annette Feische

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