Jahresbericht 2017

Jahresbericht 2017

Das Jahr 2017 begann mit der FN-Bundeshengstschau für Fjordpferde in Berlin, wo der 14-jährige Irino (Züchter: Georg Lehrhuber, Besitzer: Stephanie Zweckl) den Titel der Bundesprämie erhielt. Anlässlich der Deutschen Islandpferdemeisterschaft, die im Juni im oberpfälzischen Wurz ausgerichtet wurde, ging ein zweiter Bundesprämientitel nach Bayern. Mjölnir vom Lipperthof, sechsjähriger Islandpferdehengst gezogen und im Besitz von Uli Reber, erhielt nicht nur diesen begehrten Titel der FN, sondern wurde im August im niederländischen Oirschot auch weltbester sechsjähriger Islandpferdehengst. Neben der Landesschau und der Körung im Frühjahr in München-Riem fanden viele interessante Zuchtveranstaltungen statt. Besonders Highlight war das süddeutsche Shetty-Weekend im August in Ansbach, für das über 100 Ponys genannt waren und die nicht nur in einer Zuchtschau zu sehen waren, sondern auch im Rahmen eines vielseitigen und gut besuchten Schauabends präsentiert wurden. Den vielseitigen Einsatz bewiesen die kleinen Ponys am Folgetag in verschiedenen Sport- und Freizeitwettbewerben mit Bravour. Erstmals wurde in 2017 ein rasseübergreifendes Schaubild des Verbandes einstudiert. Peter Lerch und Stephanie Zweckl koordinierten und studierten dieses Schaubild ein und so wurde es anlässlich der Pferd International, der Faszination Pferd und dem Bayerns Pferde Champions Club präsentiert. Die Beteiligung an den Leistungsprüfungen war in 2017 recht gut und es ist zu hoffen, dass auch künftig viele Stuten und Hengste im Fahren und Reiten geprüft werden. Die Leistungsprüfung sollte nicht nur als notwendiges und angehängtes Übel eines angestrebten Titels gesehen werden, sondern als Chance sein Pferd in der Arbeit besser kennen zu lernen und somit reeller beurteilen zu können. Wer die Stärken und Schwächen seines Pferdes kennt, kann züchterisch geschickter handeln. Wie in den Jahren zuvor betreut der Bayerische Zuchtverband für Kleinpferde und Spezialpferderassen e.V. insgesamt 77 verschiedene Rassen. Davon sind 19 Pony- und Kleinpferderassen, 8 Kaltblutrassen und 50 Spezialpferderassen. Der Mitgliederbestand hält sich wie auch der Zuchttierbestand relativ konstant. Zum 01.01.2018 gab es im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs an Mitglieder um 1 % von 1339 auf 1354 Mitglieder. Rund 25% aller Mitglieder sind Züchter von Islandpferden (Abb.2). Die populationsstärkste Spezialpferderasse im Verband ist die Rasse Criollo. Lediglich 18 Rassen werden im Verband von mehr als 13 Mitgliedern gezüchtet. Zuchtaktivität, also mindestens ein registriertes Fohlen, gab es im Jahr 2017 lediglich bei 41 Rassen. Daraus lässt sich klar ableiten, dass wenige Rassen den überwiegenden Teil der Zuchtpferde und Mitglieder im Verband ausmachen. Doch auch die zahlenmäßig nicht so stark vertretenden Rassen finden beim Bayerischen Zuchtverband für Kleinpferde und Spezialpferderassen e.V. im Gegensatz zu vielen anderen Zuchtverbänden große Beachtung sowie Anerkennung und werden mit professionellem Engagement betreut. Ist auch die Anzahl der eingetragenen Stuten im Vergleich zum Vorjahr um 2% leicht gesunken, so waren in 2017 2% mehr Hengste eingetragen. Auch wurden im Vergleich zum Vorjahr 5% mehr Fohlen registriert. Natürlich gibt es in den einzelnen Rassen große Unterschiede. Bedeutende Zuwächse hinsichtlich der Fohlenregistrierungen gab es bei den Rassen Connemara Pony, Deutsches Reitpony, Islandpferd, Shetland Pony, American Curly Horse, Bosniake, Lipizzaner und Missouri Foxtrotter. Deutlich weniger Fohlen als im Vorjahr wurden in Bayern bei den Rassen Deutsches Classic Pony, Deutsches Partbred Shetland Pony, Fjordpferd, Welsh A und Welsh B, Achal Tekkiner, American Miniature Horse, Criollo und Ponys of the Americas registriert. Mit etwas Sorge zu betrachten sind die Rassen New Forest, Welsh Pony und Cob, Pinto sowie Tinker, die von ehemals recht großen Populationen nun in sehr kleine Tierbestände schrumpfen. Erfreulich zeigt sich die Entwicklung der Kaltblutrassen. In Bayern, dem Bundesland wo die Rasse Süddeutsches Kaltblut sehr stark dominiert, ist eine langsame, aber deutlich positive Entwicklung weiterer Kaltblutrassen zu erkennen. Die am stärksten vertretenen Rassen sind der Freiberger, der Percheron und der Noriker. Aus den Abbildungen 3 bis 5 geht die Anzahl der Hengst mit der Summe der in Bayern registrierten Nachkommen im Jahr 2018 hervor. Besonders bei den Islandpferden gab es im Vorjahr recht gut frequentierte Hengste. So wurden von Álfasteinn frá Selfossi 26 Nachkommen, von Svaði frá Hólum 15 Nachkommen und von Alfari frá Votmúla 1 neun Nachkommen in Bayern registriert. Bei den Ponyhengsten hatte der Shetland Ponyhengst Dajas Oscar mit zehn registrierten Nachkommen die meisten Fohlen. Die beiden Hengste Emperor van Bromishet (Shetland Pony unter 87 cm) und Prinzen-Look (Deutsches Classic Pony) hatten jeweils neun registrierte Fohlen. Je acht Nachkommen hatten der Connemarahengst El Larry II, der Deutsche Classic Ponyhengst Moskito van Dyck und der PRE-Hengst für die Leonharderzucht Quijote L. Bei den Spezialrassen hatte der Criollohengst Negro Nostalgioso acht, der Criollohengst Andaluz Sacromonte sieben und der Freibergerhengst Eragon sechs registrierte Fohlen in Bayern. In der Pferdezucht nehmen neben den klassischen Merkmalen wie Typ, Gebäude und Bewegung Merkmale wie Fellfarbe und genetische Defekte immer mehr an Bedeutung zu. Das spiegelt sich auch in den Grundsätzen und Vorgaben einiger Ursprungsländer wieder. Themen wie Myotonie beim New Forest Pony, HWSD beim Connemara Pony, CA beim Deutschen Reitpony oder PSSM bei Kaltblüter und Westernpferden werden künftig keine Ausnahmen mehr sein. Auch die korrekte Farbbestimmung wird immer wichtiger, da die Fellfarbe, rassebedingt sicherlich unterschiedlich, ein wesentliches Merkmal eines Pferdes ist. Aufgrund der neuen EU-Tierzuchtverordnung VO(EU) 2016/1012 müssen bis zum November 2018 nun die Satzung und die einzelnen Zuchtprogramme des Verbandes überarbeitet werden. Das bedeutet viel Bürokratie und Arbeit für die hauptamtlichen Mitarbeiter und den Vorstand. Die Züchter müssen lediglich das Vorbereitete verabschieden. Auch wenn sich die Pferdezucht nicht wesentlich ändern und leider bezüglich Zusammenarbeit mit den Ursprungszuchtbücher auch nicht verbessern wird, wird es kleinere Änderungen geben, die auf den Rasseversammlungen bereits vorgestellt wurden. Alle Änderungen werden nach Verabschiedung durch die Delegiertenversammlung dann auf der Homepage veröffentlicht. Claudia Eikermann LfL-ITZ
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