9. PZG Holledau- Freispringcup 2019

Eine glatte 10

Neues Konzept beim Freispringcup begeistert

Einmal mehr scheint es der PZG Holledau gelungen zu sein, mit ihrem neuen Konzept eine zukunftsfähige Veranstaltung zu entwickeln. In den vergangen Jahren waren, nicht nur beim eigenen Cup, rückläufige Starterzahlen bei Freispringwettbewerben zu verzeichnen. Mit über 60 Starts in den Pferdeprüfungen waren nun am 26. Oktober viele Züchter, Beschicker und Reiter der Einladung auf die perfekt für diesen Cup vorbereitet Anlage von Gut Winkelacker gefolgt. Mehrere hundert Zuschauer verfolgten im Laufe des Tages das vielfältige Programm rund um die jungen Springpferde sowie dem reiterlichen und züchterischen Nachwuchs. „Für eine erste Veranstaltung war das doch eine glatte 10“ fasste Hausherr Soenke Kohrock am Ende des Tages zufrieden zusammen. Und auch das Feedback der Teilnehmer und Besucher war durchweg positiv. „Ich bin heute als Zuschauer hier und habe so eine abwechslungsreiche Veranstaltung noch nie erlebt“ bemerkt Linda Krabichler. „Auf der einen Seite ist hier alles hoch professionell organisiert aber ohne dabei den familiären Charakter zu verlieren. Hier ist für jeden etwas geboten.“

Qualitätsvolle Sportponys

Bei den namensgebenden Freispringprüfungen vergaben die Richter Jürgen Strauß und Jan Schimsheimer jeweils drei Einzelnoten: für Manier/Technik/Übersicht, das Vermögen sowie für Leistungsbereitschaft/Interieur. Zusammen konnten so maximal 30 Punkte erzielt werden.
Vier Deutsche Reitponys eröffneten am Vormittag das Freispringen in der Gasse und zeigten überdurchschnittliche Qualität! Nahe an die Perfektion mit 27,5 Punkten sprang der im Vorjahr noch Zweitplatzierte Magic Mike (Magic Cornflakes / Courage), der wieder von seiner jungen Besitzerin Mya Noemie Keller (Rennertshofen) vorgestellt wurde. Er sprang sehr selbstsicher und engagiert, mit einem klaren Absprungverhalten. Manier und Vermögen bewerteten die Richter je mit einer glatten 9, für die Leistungsbereitschaft gab es sogar die 9,5! Seit letztem Jahr im Herbst wird der braune Wallach von der elfjährigen Mya geritten und diese hat ihn bereits in WBO-Prüfungen, Springen Kl. E und Springpferdeprüfungen Kl. A vorgestellt und platziert.
Auf dem zweiten Rang gab es ein Widersehen mit der dreijährigen Freilauf-Reservesiegerin von Mammendorf. Ebenso wie die Richter im Freilaufcup wiesen Strauß und Schimsheimer explizit auf die exzellente Galoppade und das enorm aktive Hinterbein der Stute hin. May Belle (Movie Star / River Dance), gezogen von Dr. Rupprecht Betz (Schernfeld), zeigte mit viel Überblick am Sprung nun zusätzlich ihre hervorragende Vorderbeintechnik, mit beiden Beinen im Gleichmaß und schön an den Körper gezogen. An der Hand ihrer Besitzerin Tatjana Gabler (Workerszell) bekam die Fuchsstute wieder die silberne Schleife.
Das letzte von, der inzwischen verstorbenen, Freifrau Marie von Redwitz (Rennertshofen) gezogene Pony platzierte sich auf dem dritten Rang. Die noch etwas schüchterne, dreijährige Stute Giglbergs Golden Girl (Movie Star / Nemax) konnte ihre gute Technik mit der ausgeprägten Bascule zeigen und darf noch in ein routiniertes Springen hinein wachsen.

Überraschte Siegerin bei den Jungzüchtern

Der Morgen des abwechslungsreichen Tages rund um den Springsport stand unter dem Motto `Weiterbildung & Schulung in Theorie & Praxis` mit dem Fortbildungsseminar „Exterieurbeurteilung, Bewegungsablauf und Freispringen beim Pferd“. Jürgen Strauß vermittelte den rund 20 Teilnehmern in der Halle zuerst die theoretischen Grundlagen mit Unterstützung einer PowerPoint-Präsentation. Anschließend wurde ein Pferd im Freilaufen und über die Freispringgasse besprochen. Zwei weitere Springpferde absolvierten die Gasse, die nun sowohl von den Jungzüchtern als auch den Seminarteilnehmern eigenständig beurteilt wurden. Der abschließende Theorie-Fragebogen rundete das Seminar und den Beurteilungswettbewerb ab.
Es gewann bei den Jungzüchtern – untern den fünf jungen Damen – die 13jährige Lena Huber (Grafendorf), die sowohl in der Beurteilung als auch in der Theorie eine 9,0 hatte. „Toll! Ich war heute das erste Mal beim Jungzüchterwettbewerb mit dabei und habe gleich gewonnen“ freute sich Lena, die eigentlich gar nicht teilnehmen wollte. „Die vorangegangene Schulung war sehr interessant und der Fragebogen war dann auch genau auf die Schulung abgestimmt. Besonders über die Ehrenpreise habe ich mich sehr gefreut.“ Es folgten punktgleich Luisa Härtl (Winden) und Antonia Bittl (Eichstätt). Den Sonderehrenpreis für die beste Beurteilungs- und Theorieleistung der Erwachsenen bekam Andrea Tölle (München), die ebenfalls zweimal mit 9,0 punkten konnte.

Auch Renate Kohrock, Geschäftsführerin des Reit- und Fahrvereins Richelsdorf, war beeindruckt: „Ganz toll! Besonders gut haben mir das Seminar am Morgen und die Jungzüchterveranstaltung gefallen. Die Ausführungen waren wirklich sehr informativ. Dass hier schon die jungen Leute so toll mitgenommen werden ist einzigartig!“ Frau Kohrock engagiert sich selbst seit vielen Jahren für den Nachwuchs und leitet in Hessen unter anderem das Pilotprojekt „Reiten als Schulsport“. Es bot sich an, die langjährige Richterin bei den abschließenden Springreiterwettbewerben mit an den Richtertisch zu holen. In der ersten Prüfung bis 50 cm setzte sich mit 8,5 Jule Pesch mit ihrem Deutschen Reitpony Doo Little EW an die Spitze der 13 Starter. Es folgten Franziska Betz auf Floricella HS (WN 8,0) und Denis Kolles auf Markiza Ewita (WN 7,2). Für den nächsten Parcours über 60 cm hatten sich 15 Starter gemeldet. Die zuerst zweitplatzierte Franziska Betz konnte nun den Wettbewerb, vor Luisa Härtl auf Novero K (WN 7,8) und wieder Denis Kolles auf Markiza Ewita (WN 7,6), für sich entscheiden.

Katrin Landes
Annette Feische

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